Sozialtraining

Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Autismus Spektrum Störungen wurde im Laufe der Jahre immer deutlicher, dass neben der therapeutischen Einzelförderung ein gezieltes Sozialtraining viele Fähigkeiten und Fertigkeiten des sozialen Miteinanders optimal fördern und festigen kann, so dass die inzwischen stattfindenden Sozialtrainingsgruppen (STG) im Allgemeinen sehr nachgefragt werden.

Um soziale Kompetenzen zu erlernen, umzusetzen und zu stabilisieren, und sich dabei der Dynamik des Miteinanders auszusetzen, bietet eine sorgfältig zusammengestellte Gruppe den idealen Lern- und Übungsraum. Hier können sich die jungen Menschen mit ASS erproben, direkte Rückmeldungen über das eigene Verhalten bekommen und lernen, Tätigkeiten gemeinschaftlich mit anderen auszuführen, ohne „Außenseiter“ zu sein.

Das pädagogisch begleitete Miteinander der gleichermaßen Betroffenen lässt die eigene Beeinträchtigung in einem anderen Licht erscheinen. Denn im Allgemeinen nehmen Menschen mit ASS bei Kontakten mit nicht autistischen Gleichaltrigen ihr Anderssein und die eigene Unzulänglichkeit im Alltag häufig als sehr frustrierend wahr. Dies hat einen entsprechenden sozialen Rückzug zur Folge, obwohl entgegen gängigen Vorurteilen auch Menschen mit einer Autismus-Diagnose sich soziale Kontakte und Freundschaften eigentlich sehr wünschen. Deshalb wird die Erfahrung, mit dem anders-Sein und anders-Empfinden nicht alleine zu sein, von den Teilnehmern als stark entlastend und wertvoll erlebt. Erfolgserlebnisse mit „ihren Peers“ in den STG machen ihnen Mut, sich auch in anderen sozialen Situationen zu erproben, wobei neben der Arbeit mit den jungen Menschen selbst die begleitende Angehörigenarbeit wichtig ist.