Therapeutische Einzelförderung

In der Regel erhalten die autistisch behinderten jungen Menschen eine gezielte Einzelförderung von durchschnittlich zwei Stunden pro Woche. Es kann aber auch unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse Abweichungen hiervon geben, z.B. wenn ein umfangreiches therapeutisches Setting nach ABA (Applied Behavior Analysis) gewünscht und bewilligt wird, oder wenn in Krisenzeiten eine intensivere Begleitung vonnöten ist.

Die Therapie wird überwiegend im häuslichen Umfeld durchgeführt, da dies eine für die Familien im Allgemeinen sehr wirkungsvolle Hilfe ist.

Andererseits ist es oft auch sinnvoll, mit dem behinderten jungen Menschen außerhalb des Elternhauses zu arbeiten, etwa wegen schwieriger häuslicher Gegebenheiten, aus Gründen einer erforderlichen „Abnabelung“ vom Elternhaus, wenn ein reizarmes Umfeld benötigt wird oder für spezielle Therapieangebote. Hierzu stehen die wohnortnahen Räumlichkeiten der Autismus-Treffpunkte zur Verfügung, z.B. mit Angeboten zur sensorischen Integrationstherapie, zur Musiktherapie, für lebenspraktische Trainings und zu Entspannungsübungen.

Die erste Phase der therapeutischen Einzelförderung ist durch ein gegenseitiges Kennenlernen geprägt. Hierzu gehören der Aufbau einer tragfähigen vertrauensvollen Beziehung zwischen Kind und TherapeutIn sowie eine „Bestandsaufnahme“ der Situation des Kindes und seiner Familie, seiner Fähigkeiten und Probleme.

Die Autismus-Therapie erfolgt ganzheitlich. Sie ist ausgerichtet auf die konkrete Lebenssituation des autistischen Menschen und seine soziale Integration (Familie, KiTa, Schule, Arbeitsstätte, Nachbarschaft, Öffentlichkeit). Deshalb dient das in der Therapiesituation Erlernte nicht einem „Selbstzweck“, vielmehr kommt es wesentlich darauf an, dass der Klient unterstützt wird bei der „Generalisierung“ des Erlernten, d.h. bei der Übertragung in den Alltag. Hierbei ist die Einbeziehung und Mitwirkung der Bezugspersonen von großer Bedeutung. Je sicherer der Klient lernt, die Lernerfolge im konkreten Leben anzuwenden und sich „zueigen“ zu machen, umso mehr gewinnt er Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit für sein zukünftiges Lebens.

Die Therapeutinnen und Therapeuten des ATZ Rhein-Wupper verstehen sich dabei in erster Linie als „Anwalt“ des autistischen Menschen, fühlen sich aber auch den Angehörigen verpflichtet und unterstützen diese in ihrer spezifischen Funktion als Mutter, Vater, Bruder oder Schwester. Mit ihnen wie auch mit den pädagogischen Bezugspersonen in KiTa und Schule arbeiten sie kontinuierlich und vertrauensvoll zusammen.